Performance 1
Event
Dornbracht Culture Projects mit neuer Programmatik: Performance 1 „Dendron“
Kuratiert von Mike Meiré / Neo Noto
Dornbracht, Hersteller hochwertiger Design-Armaturen, -Accessoires und Interiors, entwickelt mit Performances sein Kulturengagement von der bildenden zur darstellenden Kunst weiter. Mit zahlreichen Besuchern fand in Mailand anlässlich des Salone del Mobile Performance 1 „Dendron“ statt. Das Publikum wurde in eine inspirie¬rende Gegenwelt zum hektischen Messegeschehen entführt, die von Spannung und Entspannung, von Kraft und innerer Ruhe geprägt ist. Eine Stunde lang dauerte die Tanzperformance, die einmalig am 13. April 2005 stattfand und den fließenden Übergang von Natur, Anpassung und Gewohnheiten thematisierte. Choreograph des experi¬mentellen Tanzprojekts ist Mark Jarecke aus New York, ein Schüler des legendären Merce Cunningham.
Drei Frauen, eingehüllt in rote ballonartige Kleider, bewegen sich kreuz und quer auf einer rechteckigen Ebene, die vom Publikum umgeben ist. Ihre Körper wirbeln abwechselnd über die Bühne, erst zögerlich, dann fast ekstatisch. Mit Armen, Beinen, mit dem ganzen Körper erforschen sie den Raum um sich herum, mal schnell, dann wie in der Bewegung eingefroren. In einem Augenblick scheinen sie vollkommen von Stoff umhüllt, kurz darauf schwingen ihre Gewänder wie Tanzkostüme umher.
Schrille, mal stumpfe, mal blecherne Geräusche begleiten die Künstlerinnen, passend zum Ort der Performance – Spazio P4 – einer ehemaligen Maschinenhalle am Stadtrand Mailands. Anders als bei klassischen Aufführungen, gibt es keine Schauseite. Die sonst übliche Distanz zur Bühne ist aufgehoben, die Zuschauer sitzen und stehen rund um die Tanzfläche herum. Während klassisches Ballett eine Art Schwerelosigkeit suggeriert, spürt man hier die starke körperliche Anstrengung und Präsenz der Tanzenden aus nächster Nähe.
Sphärische Klänge, die bis zum Fortissimo anschwellen, werden kurz darauf von plötzlicher Stille unterbrochen, grelles auf die Tanzfläche projiziertes Licht löst den abstrahierten Schatten eines Baumwipfels ab. Die Darstellung lebt von ständig wechselnden Gegensätzen wie Ruhe und Geschwindigkeit, hell und dunkel, laut und leise.
Mit „Dendron” vollendet Jarecke seine Trilogie choreographischer Arbeiten, die die dynamische Verbindung zwischen architektonischer und emotionaler Umgebung zum Inhalt haben. Unter seiner Regie loteten Netta Carnit Yerushalmy, Andrea Nicole Johnston und Molly Kathleen Poerstel den offenen Bühnenraum tänzerisch aus, der Musiker Jonathan James Moniaci spielte den Sound dazu live ein. Die wie kinetische Objekte wirkenden Kostüme stammen von der New Yorker Avantgarde-Designerin Maria Cornejo.
Nach sieben Jahren überführt Dornbracht damit sein Kunst- und Kulturengagement in eine neue Disziplin. Im Rahmen der Statements-Projekte präsentierte Dornbracht von 1997 bis 2004 regelmäßig international renommierte Künstler, Fotografen, Autoren, Musiker und Designer mit ihren freien Interpretationen zum Themenkreis „Wasser, Reinigung und Rituale“. Die Projekte wurden international in Ausstellungen vorgestellt und in hochwertigen Katalog-Editionen dokumentiert. Anders als bei den Statements-Projekten, die jährlich ein einmaliges kulturelles Event inszenieren, zielt das Performance-Konzept auf ein aktivistisches, direktes, gegenwärtiges Moment. Bereits der Name macht die Intention der neuen Programmatik klar: Performances. Der temporäre, situative Charakter einer Performance, das singuläre Erlebnis, die klar definierte Endlichkeit waren zentrale Gedanken bei der Entwicklung des neuen Konzepts, mit dem Dornbracht das Engagement für und die Auseinandersetzung mit der Kunst unter¬streicht. Kuratiert werden die Performances ebenso wie die Statements-Projekte von Neo Noto Mike Meiré.
Die DVD Dokumentation von Performance 1 ist unter www.cultureprojects.com erhältlich.

